Schulordnung des Abendgymnasiums Stuttgart

1. Anwesenheitspflicht

1.1 Das Abendgymnasium Stuttgart ist kein Vorlesungsbetrieb, sondern eine Schule, in der die fachlichen Inhalte in den Klassen und Kursen gemeinsam erarbeitet werden. Das setzt eine regelmäßige Teilnahme der Studierenden am Unterricht voraus. Berufs- oder krankheitsbedingte Verhinderungen sind nachzuweisen.

1.2 Längerfristige Beurlaubungen müssen vorher beantragt werden. Sie werden vom Schulleiter bzw. vom Regierungspräsidium entschieden.

1.3 Wer länger als drei Wochen unentschuldigt dem Unterricht fernbleibt, wird von der Liste der Teilnehmer gestrichen.

1.4 Die Klassenlehrer (Klasse I und II) oder das Rektorat(Oberstufe) sind berechtigt, im Zweifelsfall Ihre persönlichen Entschuldigungen durch Bescheinigungen und Atteste zu überprüfen.

2. Versetzungen, Leistungsnachweise

2.1 Den Studierenden wird am Ende eines jeden Halbjahres – mit Ausnahme des 1. Halbjahres der Klasse 2 (Einführungsphase) – ein Zeugnis ausgestellt. Über die Versetzung in das nächste Schuljahr bzw. Halbjahr entscheidet die Lehrerkonferenz gemäß der Versetzungsordnung für die Gymnasien der Normalform. Am Ende des 1. Halbjahres der Klasse 2 (Einführungsphase) erhält der Schüler eine Zwischeninformation, die den bis dahin erreichten Leistungsstand wiedergibt. Dieser Leistungsstand fließt in die Zeugnisnoten am Ende der Klasse 2 mit ein.

2.2 Der Studierende hat die von der Schule vorgeschriebenen fach- und lehrplanbedingten Leistungsnachweise zu erbringen (Klassenarbeiten, Hausarbeiten usw.).

2.3 Diese Leistungsnachweise liegen der Notengebung zu Ende des Halbjahres zugrunde. Der Fachlehrer ist verpflichtet, Art, Zahl und Gewichtung der Leistungsnachweise zu Anfang des Halbjahres bekanntzugeben und der Klasse zu erläutern.

2.4 Versäumt ein Schüler im Laufe eines Schulhalbjahres mehr als 25% der Unterrichtsstunden eines Faches, kann die Schulleitung in Rücksprache mit dem Fachlehrer entscheiden, dass der Schüler das Schulhalbjahr wiederholen muss. In diesem Fall erhält der Schüler kein Zeugnis bzw. keine Zwischeninformation. Liegen aus Gründen, die der Studierende zu vertreten hat, in einem oder mehreren Fächern nicht genügend Leistungsnachweise vor, kann ebenso verfahren werden oder die Lehrerkonferenz kann den Versetzungsentscheid bis zum Leistungsnachweis aussetzen.

3. Regelungen für die Zweite Fremdsprache

3.1 Der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife setzt den Nachweis von Grundkenntnissen in einer zweiten Fremdsprache voraus. Dieser kann erbracht werden durch 1) die Teilnahme am Unterricht in einer 2. Fremdsprache in den Klassen 7 - 10 eines Normalgymnasiums mit mindestens der Note „ausreichend“ am Schluss der 10. Klasse, 2) die Teilnahme am Unterricht des Abendgymnasiums in Klasse I und II bzw. Klasse II und III mit mindestens der Note „ausreichend“ bzw. 5 Notenpunkte, 3) das Bestehen einer am Abendgymnasium nach Eintritt durchgeführten schriftlichen und mündlichen Feststellungsprüfung in einer zweiten Fremdsprache, wenn die Grundkenntnisse auf sonstige Weise erworben wurden.

3.2 Ohne vorherigen Nachweis der Grundkenntnisse in der 2. Fremdsprache ist eine Versetzung in die Oberstufe nur durch Sonderregelung möglich.

4. Direkteinstieg in die 2. Klassenstufe für Schüler mit Mittlerer Reife


4.1 Schüler mit Realschulabschluss oder einem gleichwertigen Schulabschluss können direkt in die 2. Klasse (Einführungsphase) eingestuft werden, wenn sie einen Notendurchschnitt von 3,0 oder besser in den drei Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik auf ihrem Abschlusszeugnis erreicht haben und wenn sie zusätzlich Grundkenntnisse in einer zweiten Fremdsprache auf ihrem Abschlusszeugnis nachweisen können.

4.2 Kann ein Schüler keine Grundkenntnisse in einer 2. Fremdsprache auf seinem Abschlusszeugnis nachweisen, kann er in Ausnahmefällen mit Genehmigung der Schulleitung in die 2. Klasse eingestuft werden. Auch jeder Schüler, der direkt in die 2. Klasse eingestuft wird, muss die Fremdsprachenregelung der „Abendgymnasien-Verordnung“ (siehe 3.) erfüllen.

4.3 Probezeit: Alle Schüler, die direkt in die 2. Klasse eingestuft werden, unterliegen einer Probezeit, die bis zum Ende des 1. Halbjahres der 2. Klasse dauert. Die Probezeit gilt als bestanden, wenn auf dem Halbjahreskonvent die Noten der Zwischeninformation die Bedingungen  der „Versetzungsordnung Gymnasien“ erfüllen. Besteht ein Schüler die Probezeit nicht, kann er den Besuch des Abendgymnasiums nur in der 1. Klasse fortsetzen.

5. Entschuldigungsregelungen

5.1 Fehlt ein Studierender im Unterricht, muss er sich bei allen betroffenen Fachlehrern in der Regel im nächstfolgenden Fachunterricht mündlich entschuldigen. Fehlt ein Studierender länger als eine Woche im Unterricht, muss er dem Klassenlehrer bzw. Kurslehrer eine schriftliche Entschuldigung zukommen lassen oder sich vorab bei allen Fachlehrern entschuldigen. Unentschuldigtes Fehlen fließt in die mündliche Note ein.

5.2 Fehlt ein Studierender bei einer Klassenarbeit/Klausur, so muss er sich bis spätestens eine Woche nach der Klassenarbeit/Klausur beim Fachlehrer entschuldigen und zwar entweder

a.) durch ein ärztliches Attest oder
b.) durch eine Bescheinigung des Arbeitgebers über Unabkömmlichkeit oder
c.) in begründeten Ausnahmefällen durch ein Gespräch mit dem Fachlehrer, der über die Berechtigung des Entschuldigungsgrundes entscheidet.

Sind dem Studierenden die Entschuldigungsgründe vor der Klassenarbeit/Klausur bekannt, ist ein Gespräch mit dem Fachlehrer vor dem Klassenarbeits-/Klausurtermin zu führen.

5.3 Hat ein Studierender eine Klassenarbeit/Klausur versäumt,
muss er sich unverzüglich nach Wiedererscheinen im Unterricht beim Fachlehrer über Nachschreibmöglichkeiten informieren, falls diese nicht vorher geklärt wurden.

5.4 Eine unentschuldigt versäumte Klassenarbeit/ Klausur wird mit der Note „ungenügend“ (Note „sechs“ bzw. 0 Notenpunkten) bewertet.

6. Die Geschäftsordnung ist Bestandteil der Schulordnung.